
Die Geschichte Neuseelands von der Ankunft der Maoris bis heute.
Neuseeland wird Ende des 13.-/ Anfang des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und besiedelt. Die Maoris gaben ihrer neuen Heimat den Namen Aotearoa (dt. etwa "Land der langen, weißen Wolke"). Für die Herkunft dieser Bezeichnung gibt es unterschiedliche Theorien (u.a. das die Polynesier von See aus zuerst die Wolken um Neuseeland sahen).
Durch die Jagd starben u.a. der Moa, ein flugunfähiger Vogel, der einem Strauß ähnelte und der Haastadler (größter Greifvogel der Neuzeit) aus. Später baute man auch die Süßkartoffeln an. 1642 entdeckte Abel Tasman die Westküste der Südinsel Neuseelands. In der Golden Bay im Norden der Südinsel gab es einen Kampf mit den Maoris, bei der vier niederländische Seeleute starben.

Die Endeavour (Nachbau), das Schiff von Kapitän James Cook
Einige Zeit gab Hendrik Brouwer, ebenfalls ein Niederländer, dem Land den Namen Nieuw Zeeland (Australien war damals als Nieuw Holland kartografiert). Im Herbst 1769 startete der Brite James Cook von Tahiti aus Richtung Neuseeland. Man erreicht die Poverty Bay auf der Nordinsel und hatte auch erste Kontakte mit Maoris. Neben feindseligen auch erste positive Annäherung, Cook umsegelte zuerst die Nord- dann die Südinsel und machte einen längeren Aufenthalt im Gebeit der Marlborough Sounds. Die Inseln werden kartografiert und die Flora und Fauna erkundet. Der Franzose Jean François Marie de Surville erreichte kurze Zeit nach Cook die Inseln. Es folgen Walfänger und Robbenjäger, außerdem reisen Missionare nach Neuseeland um die Maori zu christianisieren. Es entwickelte sich sogar Handel zwischen Einwanderern und Ureinwohnern.
Durch die Einwanderer kamen Waffen ins Land und die Maoris bekämpften sich zum Teil gegenseitig. In den Musketenkriegen 1829-1835 sterben Tausende. Auch Krankheiten aber auch Kämpfe mit Einwanderern dezimieren die Zahl der Ureinwohner. 1832 schickt die Krone James Busby als britischen Gesandten und Resident nach Neuseeland, er soll vermitteln und den Handel kontrollieren. Am 20. März 1834 einigen sich einige Maori-Führer auf eine gemeinsame Flagge für die Stämme von Neuseeland. Am 28. Oktber 1835 unterzeichnen mehrere Maori-Anführer die von Busby ausgearbeitete Declaration of Independence of New Zealand. Der Staat der Vereinigten Stämme hat aber nur kurze Zeit Bestand, denn die Gegensätze zwischen den Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien führen dazu, dass die Briten bereits 1840 das Land übernehmen. Am 6. Februar unterzeichnen der Generalgouverneur William Hobson und mehrere Maori-Anführer den Vertrag von Waitangi (Ortsteil von Paihia auf der Nordinsel). Neuseeland wird damit zwar britisch und zunächst Teil der australischen Kolonie New South Wales (ab 31. Mai 1841 eigenständige Kolonie), die Maoris erhalten aber Bürgerrechte und Landbesitz.
Es kamen nun, angeborben durch die New Zealand Company mehr und mehr Einwanderer (von den Maoris als Pakeha bezeichnet) in das Land. Dies führte jedoch zu Problemen mit den Maoris, die letzlich in den Neuseelandkriegen (The Land Wars) gipfelten, bei denen es in der Zeit zwischen 1843-1872 tausende Opfer gab. Die Siedler wurden dabei massiv von der erfahrenen britischen Armee unterstützt. 1861 wurde die Hauptstadt von Russel bzw. Auckland ins Zentrum der Inseln nach Wellington verlegt. Damit wollte man auch die Südinsel besser kontrollieren, da es dort mitunter separatistische Strömungen gab. 1867 erhielten die männlichen Maori Wahlrecht, am 18. September 1893 führte Neuseeland als erstes Land überhaupt das Wahlrecht für Frauen ein.
Ab 1907 erhielt Neuseeland den Status eine weitgehend unabhängigen Dominions von Großbritannen. Das Land unterstütze die Briten im Zweiten Burenkrieg und im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Am 25. Dezember 1947 unterzeichnete es den Statut von Westminster und wurde damit unabhängig und Mitglied im Commonwealth of Nations. Es gehörte bereits 1945 zu den Gründungsmitgliedern der UN. 1951 wurde mit Australien und den USA der ANZUS-Pakt als militärisches Sicherheitsbündnis geschlossen, das jedoch 1984 aufgrund der Anti-Atom-Politik von Neuseeland von den USA gekündigt wurde.
Zwischen den Kriegen entwickelte sich ein für angelsächsische Länder eher untypischer Wohlfahrtsstaat, der jedoch spätestens mit dem Beitritt Großbritanniens (wichtigster Handeslpartner von NZ) in die EG und damit veränderten Marktbedingungen drastisch gekürzt wurde. Ab den 1980er Jahren wurde der Markt liberalisiert, die Verwaltung gestrafft und gekürzt, Gesetze dereguliert und Staatsunternehmen privatisiert. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit war ein großes Problem. 1986 erklärte sich Neuseeland zur Atomwaffenfreien Zone und geriet dadurch auch immer wieder in Konflikte mit Frankreich, dass im Pazifik regelmäßig Atomtests durchführte.
1987 wurde der Maori-Sprache der Status einer Amtssprache zuteil, bereits seit einigen Jahren wurden die Ureinwohner mehr und mehr gefördert. Die Neuseländer versuchen hier insbesondere gegenüber den Australiern mit gutem Beispiel voranzugehen. Allerdings ist bis heute die Situation der Maoris nicht konfliktfrei. 1996 wurde das britische Mehrheitswahlrecht durch ein personalisiertes Verhältniswahlrecht nach deutschem Muster abgelöst. 1999 übernahm Helen Clark (seit 2009 Leiterin des UN-Entwicklungsprogramms) das Amt der Premierministerin und nahm in der Folgezeit einige Privatisierungen zurück.