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Die Maoris sind die polynesischen Ureinwohner Neuseelands und haben viele Traditionen bewahrt.

Neuseeland
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Die Maori im Land der langen weißen Wolke

 

Der niederländische Seefahrer Abel Tasman war der erste Europäer, der Neuseeland erblickte. 1642 entdeckte er die Südinsel Neuseelands. Hendrik Brouwer nannte kurze Zeit später das Land "Nova Zelandia" und James Cook legte 1769 an. Noch vor diesen Entdeckern, war aber bereits das polynesische Volk der Maori in Neuseeland angekommen.

Maori Haus

Wharenui, Maori-Kultur studieren auf dem Campus der Universität Auckland

Die Maori besiedelten Neuseeland oder Aotearoa ("das Land der langen weißen Wolke") vermutlich in mehreren Wellen von Ost-Polynesien aus. Nach ihrer Mythologie stammen sie von der Insel Hawaiki. Sie kamen mit Kanus (waka) über das Meer und beziehen sich und ihre spezielle Herkunft zum Teil noch heute auf bestimmte wakas.

Als die europäischen Entdecker den Fuß an Land setzten, beschrieben sie die Maori als kriegerisch. Die einzelnen Stämme führten auch Kriege gegeneinander. Es kam zu Kontakten zwischen Robben- und Walfängern und es kamen mehr und mehr europäische Siedler nach Neuseeland. Dabei gab es sogar nicht wenige Fälle, wo Europäer sich der Kultur der Maori anschlossen. Da einige Stämme mehr Kontakt zu Europäern hatten, als andere, war auch die Bewaffnung unterschiedlich. Es kam zu blutigen Musketenkriegen zwischen den Stämmen.

Auch eingeschleppte Krankheiten dezimierten die Zahl der Maori. Am 6. Februar 1840 wurde zwischen den Briten und den Maori der Vertrag von Waitangi geschlossen. Neuseeland wurde britische Kolonie, die Maori sollten Land, Fischgründe und ihre Besitztümer behalten. Allerdings gab es Unklarheiten im Vertrag, die zu Konflikten führten. Zwischen 1845 - 1872 kam es in den Neuseelandkriegen auch zu Auseinandersetzungen zwischen der Britischen Krone und den Maori.

Auch heute noch gibt es das Waitangi-Tribunal, dass Ansprüche der Maori untersucht, die zu Entschädigungen oder Rückgaben führen können. Leider sind viele Maori auch heute noch benachteiligt. Allerdings wird mit allerlei Maßnahmen versucht, dies zu ändern. Die Sprache der Maoris, das "Te Reo Maori" ist ebenfalls seit 1987, neben Englisch, Amtssprache Neuseelands. Dies war ein wichtiger Schritt, auch für das Selbstbewusstsein der Ureinwohner. Seit 2004 gibt es auch einen eigenen TV-Sender (Maori Television), der in dieser Sprache ausstrahlt. Bereits seit den 1970er Jahren wurde die Sprache in Schulen und Kindergärten gelehrt.

Auch offizielle Internetseiten sind zweisprachig und öffentliche Bedienstete sollen zumindest Grundkenntnisse der Maori-Sprache haben. Ebenso ist die Nationalhymne Neuseelands zweisprachig wobei zuerst die Maori-Strophe dann die englische Strophe gesungen werden. So ist es gelungen eine Sprache und Identität, die auf dem Rückzug war, wieder als Identitätsmerkmal zu stärken und damit auch die Kultur zu erhalten.

Knapp 600.000 Neuseeländer bezeichnen sich als Maori. Noch mehr haben zumindest entfernte Maori-Vorfahren. Viele Traditionen, Gesänge, Tätowierungen und Wörter sind im Alltag Neuseelands wieder mehr präsent. Wenn man die Situation der neuseeländischen Ureinwohner mit den Aborigines in Australien vergleicht stellt man schnell fest, dass die Maoris als nationale Minderheit eine bessere Position hatten und auch heute noch haben. Allerdings gibt es auch heute noch Verbesserungsbedarf, wobei dies mit bevorzugter Förderung auszugleichen versucht wird. Aber immer noch ist das Einkommen in der Maoribevölkerung niedriger als im Landesdurchschnitt, genauso wie Lebenserwartung und der Anteil der Menschen mit Schulabschluss. Es gibt also immer noch etwas zu tun.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat sich die Bevölkerung Neuseelands aber auch relativ gut durchmischt, viele Neuseeländer haben auch einen oder mehrere Maoris in ihrem Stammbaum und auch die Pakeha, also "weißen" Neuseeländer sind mit vielen Ausdrücken und Verhaltensweisen der Maorikultur aufgewachsen. Das beste Beispiel hierfür ist natürlich der Haka-Tanz, denn die Allblacks, die Rugby-Mannschaft der Kiwis vor dem Spiel aufführen. Viele Ortsnamen aber auch Begriffe im Neuseeländischen Englisch bestehen aus Wörter der Maorisprache. ein gewisser Optimismus ist daher durchaus angebracht.

1994 kam der Film "Once Were Warriors" (dt. "Die letze Kriegerin") in die Kinos, der besonders auf die schwierige Situation der Ureinwohner in den Städten aufmerksam machte.Seit den 1990er Jahren sind auch die Tätowierungen (Ta moko) wieder weit verbreitet, viele Maoris betonen dadurch auch im Alltag das Bekenntnis zu ihrer alten Tradition. Wer heute nach Neuseeland reist wird auch feststellen, dass das folkloristische und künstlerische Erbe der Maoris als touristischer Anziehungspunkt für das Land entdeckt wurde. Es gibt viele Gelegenheiten Holz- und Pounamu-Schnitzereien zu kaufen oder einigen Darbierungen und Shows beizuwohnen, wobei diese nicht immer ganz authentisch sind. Auf jeden Fall sollte man bei seinem Neuseeland-Urlaub nicht nur die imposante Landschaft, sondern auch die interessanten kulturellen Aspekte des Inselarchipels kennenlernen. Über das ganze Land verteilt findet man die Maraes, Zeremonialstätten wo noch heute Reden oder andere kulturelle Aktivitäten stattfinden. Man verwendet sie auch in modernen Schulen für Veranstaltungen, die Universität von Auckland hat ebenfalls ein Marae wo die neuen Studenten begrüßt werden.